Was bringt ein E-Rennrad?
Wer gerne mit mit einem E-Mountainbike unterwegs ist, der wird vom E-Rennrad begeistert sein! Eventuelle Pulsspitzen am Berg werden durch den Motor entschärft. Es wird wirksam verhindert in den "roten Bereich" seines Körpers fahren. Das Fahren findet auch am Berg je nach Unterstützungsstufe immer in einem gesunden Pulsbereich statt. Sportliche Fahrer, die Ihren Körper durch gezielte Überbelastung fordern und dadurch entwickeln wollen, haben mit einem E-Rennrad trotzdem alle Möglichkeiten. Sie können am Berg durch härtere Gänge und folglich wesentlich höherer Geschwindigkeit trotzdem einen Trainingsreiz setzen.

Auf der Ebene ist ein E-Rennrad und ein normales Rennrad gleichzusetzen, da über 25km/h ohnehin keine Unterstützung mehr gegeben ist. Das E-Rennrad hat sogar einen leichten Gewichtsnachteil und erhöht dadurch sogar die Belastung geringfügig.
E-Rennräder mit großem (Full Size) Akku:
Zum Beispiel ein Bianchi E-Allroad Impulso oder ein BMC Alpenchallenge AMP Road.
Das Bianchi E-Allroad Impulso ist ein Gravelbike mit einem Alurahmen. Im Vergleich zum unmotorisierten Allroad Impulso hat es ein Mehrgewicht von 5,5kg. Da es aber mit 500WH einen gleich starken Akku hat wie das Merida E-MTB hat man eine sagenhafte Reichweite von bis über 200km. Unser Leihrad war mit einer Batterie 2100 Höhenmeter unterwegs und hatte dabei fast 100km auf dem Tacho.
Auch die BMC Alpenchallenge AMP Road haben eine ähnlich große Reichweite. Sie haben einen sehr steifen Carbon-Hauptrahmen mit dem von den BMC-MTB's gewohnten Micro-Federungselement in den Sitzstreben (MTT-System). Dadurch geniest man trotz steifem Rahmen ein gut gedämpftes Fahrverhalten. Der Motor ist von Shimano und dadurch jeder Anforderung gewachsen. der Akku hat 500WH. Die Gewichter betragen: Modell Two 15,6kg, das Modell Limited 14,15kg!
E-Rennräder mit kleineren Akkus und Motoren:
Zum Beispiel das superleichte Bianchi E-Aria mit 11,98kg. Gegenüber einem Bianchi Aria hat es nur noch 4kg Mehrgewicht. Der 280WH Stab-Akku ist im Unterrohr untergebracht. Durch eine Serviceklappe unter dem Tretlager ist er entnehmbar. Die Bedienung erfolgt durch einen Knopf am Oberrohr. Der Ladestand und die Unterstützungsstufe ist durch Farben codiert. Die Ladebuchse befindet sich vor dem Umwerfer. Rahmen, Gabel und Sattelstütze bestehen aus Carbon. Der Antrieb befindet sich in der hinteren Nabe. Die Reichweite lässt sich durch einen Range-Extender in Form eines Flaschen-Akkus für den zweiten Flaschenhalter erweitern. Dieser wird an der Ladebuchse mit dem System verbunden.

Oder die Centurion Overdrive Modelle zählen auch zu dieser Gattung. Sie sind mit einem FAZUA Evation Antrieb ausgestattet. Durch den Fazu Antrieb ist auch ein Fahren ohne Antrieb möglich. Es kann nicht nur der Akku entnommen werden sondern auch der Motor. Beides ist in einem Gehäuse verbaut und kann durch ein hohles Gehäuse ersetzt werden, welches sogar als Stauraum genutzt werden kann. Das Overdrive Carbon wiegt 13,7kg. Die Gravel-Ausführung gibt es in Alu oder Carbon. Das Alu-Modell ist dann sogar tourentauglich.
Was ist der Unterschied zum E-MTB?
Durch die glatten und schmalen Reifen ist die Reibung wesentlich niedriger. Der Energieverbrauch sinkt drastisch. Auch das leichtere Gewicht der E-Rennräder spielt eine Rolle.

Z.B.: ein E-Hardtail Merida eBIG.NINE 900 wiegt 19,4kg Das Merida ist schon ein sehr leichtes Alu E-Hardtail. Trotzdem ist bei längeren Straßentouren über 25km/h das Mehrgewicht von ca. 8kg gegenüber einem gleichwertigen Alu Hardtail spürbar. Bei normalem Einsatz als MTB im Gelände und am Berg ist das Mehrgewicht sofort durch den Motor kompensiert.
Wie fühlt es sich über 25 km/h an?
Der geringste Unterschied ist beim Bianchi E-Aria zu spüren. Bei einer Geschwindigkeit von 25km/h auf 26km/h bzw. bei der Ausschaltgeschwindigkeit ist nur noch ein kleiner Widerstand spürbar. Es hat dadurch ein sehr natürliches Fahrverhalten. Sobald es leicht aufwärts geht, fühlt es sich an wie pausenloser Rückenwind. Ob sitzend oder im Wiegetritt, das Rad will einfach nur vorwärts! Wird die Straße sehr steil, ist die Unterstützung nicht mehr so stark. Der Motor ist im Drehmoment etwas eingeschränkt als Zugeständnis des Leichtbaues.

Beim Bianchi E-Impulso Allroad merkt man bei Überschreiten der Abschaltgeschwindigkeit einen leichten Widerstand aufgrund des Mehrgewichtes. Bei einer Tour zusammen mit anderen E-Rennradfahrern fällt das nicht ins Gewicht. Zusammen mit "normalen" Rennradlern muss man sich etwas mehr anstrengen. Sobald es aber aufwärts geht ist der verbaute Polini Mittelmotor einer der stärksten Motoren aller Anbieter am Markt. Selbst der Zoncolan (einer der steilsten Pässe in Norditalien) ist mit der schwächsten Unterstützungsstufe mit über 10km/h zu befahren.
Welche Reichweite haben E-Rennräder?
Full-Size Akkus (ab 400WH) bringen bei einem E-Rennrad wesentlich größere Reichweiten wie in eMTB's. Je nach Körpergewicht, verbautem Motor und Strecke variiert auch die Reichweite.Eine pauschale Aussage zu machen ist fast nicht möglich. Wir haben alle angeführten E-Rennräder ausgiebig getestet und können euch persönlich das richtige empfehlen.
Wie ist das Fahrverhalten abwärts?
Durch das große Motorbracket im Falle eines Mittelmotors und des steifen Unterrohres aufgrund des Akkus ist die Tretlager- und Steuerlager-Steifigkeit extrem hoch. Dementsprechend gut ist das Fahrverhalten der E-Rennräder abwärts.
Was kann man noch damit machen?
E-Rennräder sind auch oft optimale Reiseräder. Wenn Gepäcksträgerösen vorhanden wird aus dem E-Rennrad oder E-Gravelbike schnell ein E-Randonneur!

Autor: Armin Horner, 2020©
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